Biographien gestalten durch lebenslange Lernprozesse: by Patricia Heufers

By Patricia Heufers

Moderne Biographien sind vielfach von Offenheit und Multioptionalität geprägt. Individuen sind daher gefordert, ihre Biographien selbstständig zu gestalten und dabei ihre eigenen Präferenzen mit den sozialen Kontexten in Einklang zu bringen. Anhand von 18 biographisch-narrativen Interviews untersucht Patricia Heufers, woran sich Individuen bei der individuellen beruflichen Biographiegestaltung orientieren. Sie rekonstruiert vier Typen beruflicher Orientierung, die im Hinblick auf das Weiterbildungsverhalten und die Relationierung von Privat- und Berufsleben idealtypisch unterschieden werden. Die rekonstruierten Muster biographischen Lernens zeigen, wie es den Interviewten gelingt, die biographische Offenheit durch einen ‚Dreiklang‘ aus individuellen Präferenzen, sozialen Referenzen und der Interdependenz dieser beiden Aspekte zu kanalisieren. Es wird deutlich, dass trotz – oder wegen – einer kaum überschaubaren Optionenvielfalt nur einige wenige berufsbiographische Orientierungsmuster vorliegen.

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Lebenslange Lernprozesse können mit Kade (1985, S. 139) auch mit der Formulierung „diffuse Zielgerichtetheit“ charakterisiert werden. 3 Zusammenfassung 37 Bisher wurde das Konzept lebenslangen Lernens nur mittelbar mit Biographien in Verbindung gebracht. Im Folgenden wird es daher darum gehen, Lernprozesse biographietheoretisch zu betrachten, um daraufhin darstellen zu können, wie lebenslanges Lernen biographisch begriffen und erforscht werden kann. 3 Lernen und Biographie Menschen lernen ein Leben lang und jeden Tag.

Lebensgeschichtliches Lernen kann also anhand der autobiographischen Selbstpräsentation von Individuen rekonstruiert werden. „Das Erzählen von biographischen Lernprozessen verweist auf das Herstellen von Sinnbezügen, es enthält das Aufzeigen des Selbst, wie es geworden ist, was es erfahren hat, welche Orientierungen ausgebildet wurden“ (Ecarius 2006, S. 103). Im Interview ist das Individuum Produzent seiner selbst, indem es sich selbst darstellt und hervorbringt. Gleichzeitig tritt durch die Erinnerung ein Reflexionsprozess ein, da das eigene Leben betrachtet, beurteilt und geordnet wird.

95. 32 Darüber hinaus wird bei biographischen Forschungsansätzen zugrunde gelegt, dass die geschilderten Erinnerungen bereits einer Interpretation des Erzählers unterzogen wurden. An dieser Interpretation ist der Biographieforscher interessiert, da sie offen legt, wie der Biographieträger seinem Lebenslauf Sinn verleiht, Ereignisse in einen kohärenten Zusammenhang bringt und seinem Leben einen roten Faden gibt. ). Für die Erforschung von biographischen Prozessen und somit auch von biographischen Lernprozessen eignet sich das biographisch-narrative Interview.

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