Innovationsprozesse und organisationaler Wandel in der by Melanie Frerichs

By Melanie Frerichs

Die Fallstudie gibt einen Einblick in die betriebliche Doppelwirklichkeit eines umfassenden Restrukturierungsprozesses auf foundation eines ganzheitlichen Produktionssystems. Die Autorin rekonstruiert die vorherrschenden Machtverhältnisse zwischen den betrieblichen Figurationen und analysiert die ungeplanten Folgen standardisierter Innovationsprozesse. Angeordnete Gleichheit zwischen den Teilnehmern moderierter KVP-Workshops entladen sich in arbeitspolitischen Verhandlungen auf der Ebene des shop-floor zwischen Beschäftigten und Vorgesetzten. Die organization gerät dabei in einen hyperaktiven Stillstand, der durch unaufhörliche Kompromissbildung zwischen den Verhandlungspartnern entsteht. Mit der Rekonstruktion der Disziplinierungsgeschichte der Fabrikarbeit in dieser Studie wird deutlich, dass der gestiegene Subjektbedarf in Arbeitsprozessen nicht einfach auf eine Managementidee zurückzuführen ist. Die Autorin zeigt wie die Figurations- und Prozesssoziologie nach Norbert Elias für die Organisationsforschung nutzbar gemacht werden kann und liefert zudem einen methodologischen Beitrag innerhalb der weiterentwickelten Prozesstheorie.

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Infolge kontingenter, nicht eindeutiger Situationen auf betrieblicher Ebene (technisch, arbeitsorganisatorisch, menschlich) kann Subjektivität als Reaktion abgerufen werden (vgl. Schimank 1986: 75). Sie ist auf andere Personen gerichtet und kann nicht allein sozial erzeugt werden. Subjektivität ist damit ein Relationsbegriff. Erst die aktive und kreative Leistung des Individuums in wechselseitig interdependenten Beziehungen stellt Subjekti- 56 3 Untersuchungsleitende Konzepte vität her. Im Konzept der Subjektivierung geht es um die Vermittlung von Subjekt und Gesellschaft (vgl.

Heutzutage gibt es diese strikte Unterscheidung der Klassen und die formale Paarbildung nicht mehr. Die Menschen 40 2 Norbert Elias’ Figurations- und Prozesssoziologie haben sich vom Fremdzwang des Rituals emanzipiert und können sich nicht mehr auf derart festgelegte Verhaltensweisen beziehen. Sie sind vor allem auf sich selbst gestellt, was zu einem deutlich höheren Anspruch an die Selbstzwangapparatur führt. Zwei Menschen erproben sich im Rahmen der Paarbildung und müssen sich ganz auf ihr Gefühl und Urteilsvermögen verlassen.

Die beschriebenen Formen verweisen auf die vierte, die „ideologisierte Subjektivität“, die sich komplementär zur reklamierenden Subjektivität verhält. Im Zuge zunehmender öffentlicher Debatten über Globalisierung, Wettbewerb und Flexibilität ändert sich die Rahmung des individuellen Deutens und Handelns. In diesem Fall geht es um die Prägung der vermittelten Sinn-Strukturen. Subjektivierung kann als „Ideologie“ (vgl. Baethge 1999, Kleemann et al. 2003: 91) handlungsrelevant und in dieser Form von den Unternehmen strategisch genutzt werden oder rein appellativ bleiben (Kocyba 2000: 131).

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